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Hund im Sommer: Hitzeschutz & was ihr wirklich braucht

Der Sommer macht vielen Hunden weniger aus als ihren Besitzern – aber es gibt Situationen, in denen Hitze für Hunde wirklich gefährlich werden kann. Gleichzeitig kursieren im Netz viele gut gemeinte, aber übertriebene Ratschläge. Dieser Artikel erklärt, worauf du wirklich achten musst, was Hunde bei Hitze brauchen – und was du entspannt lassen kannst.


Wie regulieren Hunde ihre Körpertemperatur?

Hunde schwitzen kaum über die Haut. Sie kühlen sich fast ausschließlich über das Hecheln ab – dabei verdunstet Feuchtigkeit aus Maul, Zunge und den Atemwegen und senkt die Körpertemperatur. Zusätzlich gibt es kleine Schweißdrüsen an den Pfoten, die aber nur einen kleinen Beitrag leisten.

Das bedeutet: Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder sehr heißer Luft funktioniert das Hecheln schlechter, weil die Verdunstung gehemmt wird. Dann steigt das Risiko einer Überhitzung – besonders bei bestimmten Rassen.

Besonders hitzeempfindlich sind:

  • Kurzschnäuzige Rassen (Mops, Bulldogge, Französische Bulldogge, Shih Tzu) – ihr Atemweg ist anatomisch eingeschränkt
  • Sehr dicke oder doppellagige Felltypen (Chow Chow, Samojede, Husky)
  • Ältere, kranke oder übergewichtige Hunde
  • Welpen

Kurzhaarige, schlanke Rassen wie Windhunde oder Dackel kühlen dagegen vergleichsweise gut ab.


Wann ist es zu heiß für einen Spaziergang?

Eine pauschale Temperaturgrenze gibt es nicht – entscheidend ist die Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Untergrund. Als grobe Orientierung:

  • Bis 20°C: Kein Problem für die meisten Hunde
  • 20–25°C: Angenehm, aber auf kurzschnäuzige Rassen und intensive Aktivität achten
  • 25–30°C: Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten verlegen (früh morgens, abends)
  • Über 30°C: Nur kurze Runden, kein Sport, keine pralle Sonne

Der wichtigste Faktor neben der Temperatur ist oft der Asphalt. Schwarzer Teer kann sich auf bis zu 60–70°C aufheizen, wenn die Luft 30°C warm ist – das verbrennt Pfoten. Der einfache Test: Halte deine Handfläche 5 Sekunden auf den Asphalt. Wenn es zu heiß für dich ist, ist es zu heiß für deinen Hund.

Weiche dein Spaziergangsrouting im Sommer auf Gras, Waldwege oder Schattenrouten aus. Dein Hund wird es dir danken – und seine Pfoten auch.


Zeichen von Überhitzung – das musst du erkennen

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Die Körpertemperatur steigt auf über 40°C und kann innerhalb von Minuten zu Organversagen führen. Erkenne die Warnsignale früh:

Frühe Zeichen:

  • Übermäßiges, lautes Hecheln
  • Starkes Speicheln
  • Unruhe oder Orientierungslosigkeit
  • Dunkelrote oder blass-weiße Schleimhäute (Zahnfleisch)

Ernste Zeichen – sofort handeln:

  • Schwanken, Taumeln
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Muskelschwäche oder Kollaps
  • Bewusstlosigkeit

Was tun bei Verdacht auf Hitzschlag:

  1. Sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum
  2. Mit lauwarmem (nicht eiskaltem!) Wasser kühlen – besonders Pfoten, Leiste, Hals
  3. Frisches Wasser anbieten, aber nicht zum Trinken zwingen
  4. Umgehend zum Tierarzt – auch wenn der Hund sich erholt

Eiskaltes Wasser oder Eiswürfel sind kontraproduktiv: Sie verengen die Blutgefäße und verlangsamen die Kühlung von innen.


Was Hunde im Sommer wirklich brauchen

Immer frisches Wasser

Das ist die wichtigste Maßnahme überhaupt. Stelle mehrere Wasserschüsseln auf, tausche das Wasser täglich, und nimm auf Ausflügen immer ausreichend Wasser mit. Ein faltbarer Wassernapf ist dabei praktisch – der AquaFold von woof & wiggle lässt sich leicht in jede Tasche stecken und ist genau für solche Situationen gemacht.

Schatten und Rückzugsorte

Dein Hund braucht im Sommer jederzeit Zugang zu einem kühlen, schattigen Platz. Kühle Fliesen, ein feuchtes Handtuch oder ein Ventilator können helfen. Viele Hunde suchen sich selbst den kühlsten Ort in der Wohnung – lass sie das tun.

Schutz vor Zecken und Insekten

Der Sommer ist Hochsaison für Zecken. Gerade nach Waldspaziergängen oder Ausflügen ins hohe Gras solltest du deinen Hund gründlich absuchen. Natürliche Mittel wie unser Schwarzkümmelöl „Dog Guard” können ergänzend eingesetzt werden – sprich bei starkem Zeckenbefall aber immer auch mit deinem Tierarzt über weitere Schutzmaßnahmen.

Pfotenpflege nach heißen Tagen

Heißer Asphalt, trockener Boden und Salz (z.B. an Strandwegen) können die Pfoten austrocknen und rissig werden lassen. Eine gute Pfotencreme hält die Haut geschmeidig. Unsere Ringelblumen-Pflegecreme ist speziell für Hundepfoten entwickelt und zieht schnell ein, ohne zu schmieren.

Trocknen nach dem Baden

Ob Badesee, Gartenpool oder Strandurlaub – viele Hunde kommen im Sommer nass nach Hause. Ein saugfähiger Hunde-Bademantel trocknet deinen Hund schnell und verhindert, dass er sich auf dem Sofa oder im Auto nass abschüttelt.


Hund im Auto: Das musst du wissen

Ein Auto in der Sonne heizt sich innerhalb von Minuten auf über 50°C auf – selbst bei nur 20°C Außentemperatur. Das ist lebensbedrohlich. Bitte lass deinen Hund niemals unbeaufsichtigt im geparkten Auto, auch nicht bei kurzen Besorgungen, auch nicht bei leicht geöffnetem Fenster.

Wenn du mit dem Hund unterwegs bist und ihn kurz alleine lassen musst: Suche Schatten, parke nie in der prallen Sonne, und nutze wenn möglich Klimaanlage oder einen Ventilator für die Hundezone im Auto. Viele Hundebesitzer nutzen eine Klimatasche oder einen Lüfter speziell für den Kofferraum.


Urlaub mit Hund im Sommer: Tipps für heiße Reiseziele

Wer mit dem Hund in den Süden reist, sollte besonders gut vorbereitet sein. Ein paar Grundregeln:

Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden legen. In südlichen Ländern sind Mittagshitze und früher Nachmittag schlicht zu heiß für längere Aktivitäten. Strand und Ausflüge am frühen Morgen oder nach 18 Uhr machen für alle mehr Spaß.

Unterkunft mit Klimaanlage oder guter Belüftung wählen. Nicht für dich – für deinen Hund. Ein Hund, der tagsüber in einer 35°C heißen Ferienwohnung liegt, ist in echter Gefahr.

Reise in den kühleren Tagesstunden. Lange Autofahrten früh morgens oder abends statt mittags in der Hitze sind für Hund und Mensch angenehmer.

Wasser immer dabei. Auf Ausflügen mindestens einen halben Liter pro Stunde einplanen – mehr bei körperlicher Aktivität.

Wenn ihr mit dem Flugzeug reist, schau dir auch unseren Artikel Mit dem Hund im Flugzeug an – dort findest du alles zu Transporttaschen, Airline-Regeln und Vorbereitung.


Häufige Fragen: Hund im Sommer

Darf mein Hund im Sommer schlafen, wo er will? Ja, unbedingt. Lass deinen Hund selbst entscheiden, wo er sich am wohlsten fühlt – meist wählt er den kühlsten Ort im Haus. Kühle Fliesen sind ein Klassiker.

Sollte ich meinen Hund im Sommer scheren? Das hängt vom Fell ab. Bei manchen Rassen schützt das Fell auch vor Hitze und UV-Strahlung. Eine radikale Schur kann den natürlichen Schutz stören. Besser ist regelmäßiges Bürsten, um Unterwolle zu entfernen. Für eine Beratung zum richtigen Schnittzeitpunkt und Schnittbild empfiehlt sich ein guter Hundefriseur.

Kann ich meinen Hund im Sommer mit Wasser abkühlen? Ja – lauwarmes Wasser ist ideal. Besonders effektiv: Pfoten, Leistenbereich und Hals kühlen. Viele Hunde lieben auch einen flachen Pool oder planschbecken im Garten.

Mein Hund frisst im Sommer weniger – ist das normal? Ja, das ist häufig und normal. Hunde haben bei Hitze oft weniger Appetit. Wichtiger ist, dass sie ausreichend trinken. Wenn der Hund mehrere Tage gar nichts frisst oder apathisch wirkt, zum Tierarzt.


Fazit: Entspannt durch den Sommer

Die meisten Hunde kommen gut durch den Sommer, wenn ihre Besitzer ein paar einfache Regeln beachten: Spaziergänge in die kühleren Tagesstunden, immer frisches Wasser, nie im heißen Auto, und ein wachsames Auge auf Zeichen von Überhitzung.

Das Wichtigste ist, deinen eigenen Hund zu beobachten. Jeder Hund ist anders – was dem einen nichts ausmacht, kann für den anderen zu viel sein. Im Zweifel lieber eine Runde weniger als eine zu viel.

Habt einen schönen Sommer – ihr und eure Vierbeiner! ☀️🐾