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Hundekleidung waschen und pflegen: So bleibt sie lange schön

Hundekleidung ist im Dauereinsatz: Regen, Matsch, Fell, Speichel – nach jedem Spaziergang sieht manches Kleidungsstück aus, als wäre es durch eine Schlammschlacht gegangen. Gleichzeitig ist gute Hundekleidung eine Investition, die man möglichst lange nutzen möchte. Der Schlüssel dazu ist die richtige Pflege. In diesem Artikel erklären wir, wie du verschiedene Materialien richtig wäschst, was du unbedingt vermeiden solltest – und wie du die Lebensdauer deiner Hundekleidung deutlich verlängerst.


Warum die richtige Pflege so wichtig ist

Falsches Waschen ist der häufigste Grund, warum Hundekleidung frühzeitig kaputtgeht. Zu heiß gewaschen verliert Fleece seine Form und Elastizität. Imprägnierungen von Regenjacken werden durch falsches Waschen oder Weichspüler zerstört. Klettverschlüsse fransen aus, wenn sie offen gewaschen werden. Und Strickpullover können durch zu warmes Waschen oder Trockner dauerhaft einlaufen.

Das Gute: Die meisten Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn man ein paar Grundregeln kennt.


Fleece waschen: Das Wichtigste

Fleece ist das am häufigsten verwendete Material in der Hundekleidung – und eines der pflegeleichtesten, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Temperatur und Programm

Fleece verträgt Maschinenwäsche, aber nur im Schonwaschgang bei maximal 30°C. Höhere Temperaturen können die Fasern beschädigen, das Material kann ballen oder seine Weichheit verlieren.

Waschmittel

Normales Vollwaschmittel funktioniert gut. Wer besonders hygienisch waschen möchte – was bei Hundekleidung sinnvoll ist – kann zusätzlich einen Hygienespüler dazugeben. Das neutralisiert Keime und Gerüche zuverlässiger als Waschmittel allein.

Kein Weichspüler! Das ist wichtig: Weichspüler setzt sich in die Fasern und reduziert die Saugfähigkeit und Atmungsaktivität von Fleece. Bei Produkten wie dem Snood oder gefütterten Jacken kann das die Funktion dauerhaft beeinträchtigen.

Trockner, Bügeln, Bleichen

  • Trockner: Nicht empfohlen für Fleece. Die Hitze kann das Material verfilzen oder Pillen entstehen lassen. Besser an der Luft trocknen.
  • Bügeln: Nicht bügeln. Fleece verträgt keine direkte Hitze.
  • Bleichen: Niemals bleichen. Das zerstört die Fasern und Farben.

Kleine Verschmutzungen

Nicht jede Verschmutzung braucht eine Maschinenwäsche. Leichte Verschmutzungen – z.B. Erde oder Gras, die noch nicht ins Material eingezogen sind – können nach dem Trocknen einfach ausgebürstet werden. Das schont das Material und spart Wasser.


Regenjacken waschen: Imprägnierung erhalten

Regenjacken sind das anspruchsvollste Kleidungsstück in Sachen Pflege – weil die Wasserschutzfunktion direkt von der richtigen Wäsche abhängt.

Temperatur und Programm

Regenjacken aus wasserabweisendem oder wasserdichtem Material am besten bei 30°C im Schonwaschgang waschen. Manche Materialien wie Ripstop vertragen auch 40°C – schau aber immer auf das Etikett.

Waschmittel

Hier ist besondere Vorsicht geboten: Kein normales Vollwaschmittel für Regenjacken mit DWR-Imprägnierung. Normale Waschmittel können die Imprägnierung angreifen. Besser geeignet sind spezielle Technische Waschmittel für Outdoor-Bekleidung (z.B. Nikwax Tech Wash) oder milde Feinwaschmittel ohne Aufheller.

Kein Weichspüler – das ist bei Regenjacken noch wichtiger als bei Fleece. Weichspüler zerstört die DWR-Beschichtung dauerhaft.

Imprägnierung auffrischen

Nach einigen Wäschen lässt die wasserabweisende Wirkung nach – das ist normal. Die gute Nachricht: Sie lässt sich auffrischen. Zwei Methoden:

Wärme aktiviert die Imprägnierung: Nach dem Waschen die noch feuchte Jacke kurz in den Trockner auf niedrigster Stufe für 10–15 Minuten legen – oder mit dem Bügeleisen auf niedrigster Stufe und mit einem Tuch dazwischen vorsichtig drüberfahren. Die Wärme reaktiviert die DWR-Beschichtung.

Imprägnierspray: Bei stärkerer Abnutzung hilft ein frisches Imprägnierspray für Outdoor-Kleidung (z.B. Nikwax TX.Direct Spray-On). Das aufgefrischte Spray auf die saubere, trockene Jacke auftragen und einwirken lassen.

Klettverschlüsse

Vor dem Waschen alle Klettverschlüsse schließen. Offene Klettverschlüsse greifen beim Waschen in andere Stoffe und hinterlassen Flusen oder beschädigen das Material.


Hundepullover aus Strick oder Wolle

Strickpullover sind in der Pflege etwas empfindlicher als Fleece – aber mit der richtigen Behandlung halten sie sehr lange.

Temperatur und Programm

Strick und Wolle vertragen nur Handwäsche oder Maschinenwäsche im Wollprogramm bei maximal 30°C. Höhere Temperaturen lassen Wolle einlaufen – das ist meist irreversibel.

Waschmittel

Spezielles Wollwaschmittel oder mildes Feinwaschmittel verwenden. Normales Vollwaschmittel ist zu aggressiv für Woll- und Strickfasern.

Trocknen

Nie im Trockner trocknen und nie aufhängen – beides verformt den Pullover. Stattdessen: nach dem Waschen vorsichtig ausdrücken (nicht wringen), in ein Handtuch einrollen und leicht andrücken, dann flach auf einer sauberen Unterlage in Form legen und trocknen lassen.

Bügeln

Wenn überhaupt, dann nur mit einem feuchten Tuch dazwischen und auf sehr niedriger Stufe. Bei den meisten Strickpullovern kann man sich das Bügeln sparen.


Bademäntel und Frotteeprodukte

Frottee ist das robusteste Material im Sortiment und am einfachsten zu pflegen.

Temperatur und Programm

Frottee-Bademäntel und Trockenhandschuhe vertragen 60°C Normalwäsche – ideal für hygienisches Waschen nach intensivem Einsatz. Das tötet Keime zuverlässig ab.

Trockner

Anders als bei Fleece ist der Trockner bei Frottee erlaubt. Tatsächlich werden Frotteeprodukte durch den Trockner oft flauschiger. Niedrige bis mittlere Stufe genügt.

Bügeln

Möglich, aber nicht nötig. Wenn überhaupt, auf niedriger Stufe.


Geschirre und Leinen pflegen

Geschirre und Leinen kommen ebenfalls regelmäßig mit Schmutz, Nässe und Fell in Kontakt – und werden oft vergessen bei der Pflege.

Neopren und Polyester-Geschirre

Die meisten unserer Geschirre sind aus Neopren oder Polyester gefertigt – beide Materialien sind bei 30°C im Schonwaschgang waschbar. Alternativ: Mit einer weichen Bürste und lauwarmem Wasser von Hand reinigen.

Metallbeschläge: Die D-Ringe und Schnallen aus Edelstahl oder beschichtetem Metall brauchen keine besondere Pflege – einfach abspülen und trocknen lassen. Nicht rosten lassen, indem nasse Geschirre feucht gelagert werden.

Leinen

Nylon- und Polyesterleinen können ebenfalls in der Maschine gewaschen werden, am besten in einem Wäschebeutel, damit sie sich nicht verknoten. Bei 30°C im Schonwaschgang.


Snoods und Loops

Snoods aus Fleece werden genauso gepflegt wie andere Fleece-Produkte: Schonwaschgang bei 30°C, kein Weichspüler, nicht in den Trockner, kein Bügeln.

Da Snoods oft mit dem Napf oder feuchtem Fell in Kontakt kommen, lohnt sich eine regelmäßigere Wäsche – am besten alle 1–2 Wochen bei aktivem Gebrauch.


Häufige Pflegefehler – und wie du sie vermeidest

Zu heiß waschen: Der häufigste Fehler. Fast jedes Material verträgt maximal 30–40°C. Höhere Temperaturen beschädigen Fasern, Farben und Beschichtungen.

Weichspüler verwenden: Klingt nach einer guten Idee, ist es aber nicht. Weichspüler reduziert Saugfähigkeit bei Fleece und Frottee und zerstört Imprägnierungen bei Regenjacken.

Im Trockner trocknen (bei Fleece und Strick): Fleece kann verfilzen, Strick läuft ein. Nur Frotteeprodukte vertragen den Trockner.

Klettverschlüsse offen lassen: Sie greifen in andere Stoffe und hinterlassen Flusen oder Beschädigungen.

Nasse Kleidung zusammengefaltet lagern: Feucht gelagertes Material riecht schnell muffig und kann schimmeln. Immer vollständig trocknen lassen, bevor du die Kleidung verstaust.

Zu selten waschen: Auch das ist ein Fehler. Schweiß, Fell und Hautschuppen, die sich im Material ansammeln, können Gerüche und Hautreizungen verursachen.


Wie oft sollte Hundekleidung gewaschen werden?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht – es hängt davon ab, wie oft und unter welchen Bedingungen die Kleidung getragen wird. Als Faustregel:

  • Pullover und Snoods: Bei täglichem Tragen alle 1–2 Wochen
  • Regenjacken und Mäntel: Nach starker Verschmutzung, sonst alle 2–4 Wochen
  • Bademäntel: Nach jedem intensiven Einsatz, spätestens wöchentlich
  • Geschirre: Monatlich oder bei sichtbarem Schmutz

Lagerung: So bleibt Hundekleidung lange schön

Richtige Lagerung verlängert die Lebensdauer genauso wie richtiges Waschen:

  • Kleidung immer vollständig trocken lagern
  • Dunkel und trocken aufbewahren – Sonnenlicht kann Farben ausbleichen
  • Fleece und Strick locker falten oder hängen – nicht zusammenpressen
  • Regenjacken aufgehängt lagern, damit die Imprägnierung nicht beschädigt wird
  • Klettverschlüsse beim Lagern schließen

Fazit: Pflege schützt die Investition

Gute Hundekleidung ist langlebig – wenn man sie richtig pflegt. Die wichtigsten Regeln auf einen Blick: 30°C Schonwaschgang für die meisten Materialien, kein Weichspüler, kein Trockner für Fleece und Strick, Imprägnierungen regelmäßig auffrischen, und immer vollständig trocknen lassen vor der Lagerung.

Die genauen Pflegehinweise für all unsere Produkte findest du auch auf unserer Pflegehinweise-Seite. Bei Fragen zur Pflege einzelner Produkte erreichst du uns jederzeit per Mail oder WhatsApp.

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